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Kurzcharakteristik Alpaka

(Lama pacos)

Die Alpakas gehören zur Gattung Lama mit den Arten Guanako und Vikunja. (Zoologie: Ordnung Paarhufer, Unterordnung Schwielensohler, FamilieKamelartige). Das Alpaka ist mit dem Lama (Lama glama)die domestizierte Mischform der wildlebenden Guanakos und Vikunjas. Die ersten Hinweise auf die Domestikation werden auf ca. 4000 Jahre v.Chr. datiert. Damit zählen die Neuweltkameliden zu den ältesten Nutztieren der Menschheit. Die ursprüngliche Verbreitung waren das Hochland der Anden (Altiplano) und des chilenischen Nordens. Sie wurden wegen der Wollqualität hauptsächlich über 4000 m gehalten. Die heutige Verbreitung in der Ursprungsregion umfasst das Hochland von Peru und Bolivien bis zum Norden Chiles und Argentiniens. Alpakas werden heute in fast allen Ländern der Welt gehalten. Besonders große Populationen gibt es in Australien, Neuseeland, USA, Kanada und Großbritannien.

Gezüchtet werden Alpakas in zwei Rassen, die Huacaya und Suri. Sie unterscheiden sich nicht in Größe und Gestalt, sondern im Vlies. Das Huacaya besitzt relativ kurze gekräuselte Stapel, das Suri dagegen längere, strähnige Stapel. Der Anteil der Suris an der Alpakapopulation wird auf ca. 10% geschätzt.

Der Körperbau entspricht dem der Säugetiere mit spezifischen Besonderheiten. Das Stockmaß reicht von 60 cm bis 100 cm. Das Körpergewicht liegt zwischen 50 – 80 kg. Geschlechtsreif sind Alpakas mit 11/2 – 2 Jahren und die Tragzeit beträgt zwischen 335 – 360 Tage. Die Körpertemperatur liegt bei ca. 37°C. Die Lebensdauer liegt bei 18 – 20 Jahren.

Besonders erwähnenswert ist folgendes: Alpakas besitzen schwielensohlige Füße, die sie mit den anderen „kamelartigen“ von den weiteren Säugetierklassen unterscheidet. Das macht sie zu ausgesprochenen Weideschonern.

Auch der Verdauungsapparat unterscheidet sich von den anderen Säugetierklassen. Obwohl sie „wiederkäuen“, sind sie keine echten Wiederkäuer. Sie besitzen ein nur aus 3 Abschnitten bestehendes Magensystem.

Zur Haltung benötigt man genügend Weidefläche (ca. 1000 qm für die ersten beiden Tiere). Die Weide sollte mit 1,40 cm hohen Knotengittergeflecht eingezäunt werden und einen Unterstand als zugfreien Schutz vor Witterungseinflüssen besitzen. Als Einstreu kann Stroh verwendet werden. Die Fütterung sollte unbedingt Strukturfutter in Form von Heu und/oder Stroh für eine geregelte Verdauung und zur Anregung der Wiederkautätigkeit enthalten. Im Sommer sollte normaler Weidegang (Gras) mit Lecksteinen ohne Zufütterung genügen. Im Winter werden u.a. Futterrüben oder Rübenschnitzel gefüttert. Auf Kraftfutter sollte man nur für trächtige und laktierende Stuten zurückgreifen. Alpakas sind Herdentiere und damit soziale Wesen, sie sollen deshalb nicht einzeln gehalten werden.

Zur Pflege gehört u.a. die Fuß- und Fellpflege, Impfungen und Entwurmungen. Je nach Faserwachstum jährlich oder zweijährlich die Schur. Nach Bedarf ist gegebenenfalls eine Korrektur der Zähne erforderlich, bei Hengsten die Stutzung der Hengstzähne.

Alpakas dürfen von Privatleuten gehalten werden. Voraussetzung ist eine Genehmigung (Sachkundebescheinigung) entspr. Paragraph 11 Tierschutzgesetz und Anzeige bei der Veterinärbehörde des Landkreises.

Alpakas sind seit 1996 in Deutschland als landwirtschaftliche Nutztiere im Sinne des Paragraph 51 BeWG anerkannt. Der Vieheinheitenschlüssel wurde mit 0,08 VE festgelegt.

Alpakas haben ein sehr ansprechendes Wesen das immer mehr Menschen begeistert. Wer sich mit ihnen einmal beschäftigt hat, kann sich ihrer Faszination nicht mehr entziehen. Das macht sie auch für den therapeutischen Umgang (Alpaka-Therapie) mit z. B. autistisch oder hyperaktiv veranlagten Kindern prädestiniert.

Die Begeisterung für die Alpakas läßt die Liebhaber und Züchter mehrmals im Jahr zu „Schönheitswettbewerben“, sogenannten Alpaka-Shows, und zum Erfahrungsaustausch zusammenkommen. Viele Halter und Züchter von Alpakas scheren und verarbeiten die wertvolle Wolle (Vlies) selbst. Die Wolle ist das eigentliche Ziel der Alpakahaltung und –zucht. Die hervorragenden Eigenschaften machen diese Wolle zu einer der begehrtesten Faser zur Textilherstellung. Für Allergiker sind Textilien aus Alpakawolle besonders interessant, weil sie nicht chemisch behandelt werden müssen. Es gibt sie in vielen Farben (ca. 20), braucht also nicht künstlich gefärbt werden. Da sie von Haus aus fett- und schweißfrei ist, muss sie auch nicht chemisch gereinigt werden.

Zum Schluß sei gesagt, wer etwas über die aktuellen Marktpreise und weiterführende Informationen erfahren will, sollte sich mit vielen Alpakahaltern und Züchtern vor Ort persönlich unterhalten.

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Empfehlenswerte Literatur:

Matthias Gauly (Hrsg.)         Neuweltkameliden - Ein  Leitfaden für Halter, Züchter und Tierärzte         Parey Buchverlag